Der Verschwender

 

Obwohl die Fee Cheristane mit den Perlen ihrer Krone auf der Erde Gutes tun soll, schenkt sie fast alle an Julius Flottwell, den sie liebt. Als sie in das Feenreich zurückkehren muss, zeigt sie sich ihm erstmals in ihrer wahren Gestalt und bittet ihn, ihr ein Jahr seines Lebens zum Abschied zu schenken.

Von seinem Kammerdiener Wolf, den er für einen braven Mann hält, schamlos ausgenutzt, ist Flottwell nur sein einfältiger Bedienter Valentin treu ergeben:

„Ja, weil ich halt für meinen Herrn ins Feuer geh', so geh' ich halt auch für ihn ins Wasser.“ (Erster Aufzug, siebente Szene)

Drei Jahre später lebt Flottwell in Saus und Braus, Wolf stellt Rosa zu Valentins Ärger nach, und ein geheimnisvoller, immer wieder unvermutet auftauchender Bettler will von Flottwell stets eine reiche Gabe haben:

„O gnädiger Herr, schenken sie mir mehr, schenken sie mir eine Summe, welche ihrer weltberühmten Großmut angemessen ist.“ (Zweiter Aufzug, vierte Szene)

Flottwell möchte Amalie, die Tochter des Präsidenten von Klugheim, heiraten, ihr Vater ist jedoch dagegen, weil er den verschwenderischen Lebensstil ihres Liebhabers ablehnt. So hat Flottwell sogar den teuren Brautschmuck für Amalie beim Fenster hinausgeworfen, weil er ihm nicht gefällt. Auch diesen sammelt der Bettler ein, doch aus Rache verdächtigt Wolf Rosa, die Diebin zu sein. Entrüstet verlassen Rosa und Valentin ihren Dienst. Julius verwundet den Baron Flitterstein, Amaliens vorgesehenen Bräutigam, beim Duell und flieht mit der Geliebten nach England. Wolf weigert sich aus Eigennutz, ihn zu begleiten und spottet dem Davongehenden nach:

„Du schiffst nach England? Günst'gen Wind! Ich bleibe hier und will mein Schifflein in den Hafen lenken.“ (Zweiter Aufzug, neunundzwanzigste Szene)

Erst nach zwanzig Jahren kehrt Flottwell zurück, verarmt und allein, da er Frau und Kind durch ein Schiffsunglück verloren hat. Als er seinen früheren Besitz sieht, erfährt er, dass sein ehemaliger Kammerdiener Wolf, der Flottwell stets um große Summen betrogen hatte, ihn gekauft hat. Doch ist dieser alt und krank geworden, seinen ehemaligen Herrn weist er allerdings zynisch die Tür. Nur der treue Valentin, jetzt wieder Tischlermeister, will ihn freudig bei sich aufnehmen, aber Frau Rosa wirft ihn gleich wieder hinaus:

„Was, dableiben? erhalten, ein' fremden Menschen? wenn man so viele Kinder zu ernähren hat? Ist dein Vater närrisch? Das ging' noch ab!“ (Dritter Aufzug, zwölfte Szene)

Als Flottwell, der in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht, Selbstmord begehen will, erscheint der Bettler, in Wahrheit Azur, Cheristanes dienstbarer Geist. Da er treulich alle Gaben Flottwells – auch den weggeworfenen Schmuck – aufbewahrt hat, kann er ihm einen Teil seines damaligen Vermögens zurückgeben. Valentin hat inzwischen Rosa mit der Drohung, sie mit den Kindern zu verlassen, zum Einlenken gezwungen. Doch Flottwell ist nun selbst in der Lage, Valentin samt seiner Familie aus Dank für die bewiesene Treue zu unterstützen. Zum letzten Mal erscheint Cheristane und verspricht dem Geliebten ein Wiedersehen:

„Wir werden uns gewiß einst wiedersehen
Dort! In der Liebe grenzenlosem Reich,
Wo alle Geister sich begegnen dürfen.“ (Dritter Aufzug, einundzwanzigste Szene)

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