Gründung, Geschichte & Entwicklung

Von Gutensteins Raimundspielen zu den Festspielen.

 

Sommerspiele in einer niederösterreichischen Gemeinde wären noch nichts Besonderes – Raimund in Gutenstein ist aber mehr. Es ist die Verwirklichung eines Traumes des Regisseurs und langjährigen Intendanten und Theaterdirektors Dr. Peter Janisch und des damaligen Gutensteiner Bürgermeisters Adi Reuscher. Sie wurden vor fast einem Vierteljahrhundert zu den Gründern der Raimundspiele in Gutenstein.

Raimund unter Sternen

1993  konnte die erste Produktion, ein Abend mit den schönsten Szenen und Couplets aus den Werken Ferdinand Raimunds, über die Bretter gehen. Die Marktgemeinde Gutenstein übernahm als Veranstalter die Verantwortung, die niederösterreichische Landesregierung unterstützte das Vorhaben und Dr. Hoyos stellte dankenswerter Weise den Bleichgarten vor dem Schloss zur Verfügung, wo eine riesige Pawlatsche errichtet wurde. Eine Tribüne aus hunderten Paletten, die kostenlos von der Fa. Fenzel bereitgestellt wurden, ermöglichte den Besuchern einen herrlichen Blick zur Bühne und schuf – wenn der Wettergott mitspielte – ein zauberhaftes Ambiente.

Dem Intendanten Peter Janisch, der auch meist Regie führte, gelang es, Raimund hervorragend zu besetzen und zu inszenieren. In den folgenden Jahren wurden sechs Werke Raimunds mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht.

Ein neues Fundament

Als 1999 der Vertrag von Peter Janisch auslief, übernahm der frühere ORF-Intendant Ernst Wolfram Marboe die  künstlerische Leitung und stellte die Raimundspiele im wahrsten Sinn des Wortes auf ein völlig neues Fundament.

Ein lichtdichtes und wettersicheres Theaterzelt und die dazugehörige Infrastruktur wie Bühne, Tribüne und eine Ton- und Lichtanlage wurden von der Marktgemeinde mit Unterstützung des Landes Niederösterreich angekauft. Die Verdunklungsmöglichkeit machte Effekte und multimediale Projektionen möglich, die open air in dieser Form nicht denkbar gewesen wären. 2008 wurde dieses Zelt, das Platz für 680 Besucherinnen und Besucher bietet, dann neu in das Ortsbild integriert und steht in seiner modernen Geradlinigkeit in einem reizvollen Kontrast zur Biedermeier-Landschaft.

Am 26. Juli 2000 fand die Premiere der Raimundspiele »neu« bei ausverkauftem Haus (Zelt) mit Raimunds »Verschwender« statt. In den darauffolgenden Jahren schaffte es Marboe, das gesamte Bühnenwerk Raimunds in bisher einmaliger Weise als kompletten Zyklus aufzuführen und – in Zusammenarbeit mit dem ORF – auch in Bild und Ton festzuhalten. Ernst Wolfram Marboe erfüllte damit sich und allen Raimundfreunden einen Herzenswunsch.

Musikalische Neuausrichtung

Nach Vollendung des Raimund-Zyklus im Jahr 2007 öffneten sich die Festspiele Gutenstein unter der künstlerischen Leitung von Ernst Neuspiel, dem langjährigen Mitarbeiter Marboes, neuen Themen. Man setzte auf musikalische Unterhaltung – und ließ bereits im ersten Jahr mit einer Welturaufführung aufhorchen. »Tutanchamun – das Musical« begeisterte sowohl das langjährige Stammpublikum als auch ein neues, junges Publikum. Es folgten Musicals über Gustav Klimt und Egon Schiele – bis sich die Festspiele unter neuer Intendanz wieder auf »ihren« Ferdinand Raimund besannen.

Rückkehr zu Raimund

Die Schauspielerin und Regisseurin Isabella Gregor übernahm mit Sommer 2013 die Leitung der Festspiele Gutenstein und eröffnete die neue Ära, wie schon ihre Vorgänger, mit einer erfolgreichen Neuproduktion von »Der Verschwender«. Es folgten »Der Bauer als Millionär« und – in der Inszenierung von Erwin Piplitz und in Zusammenarbeit mit seinem Serapions-Ensemble – » Der Barometermacher auf der Zauberinsel«

Raimund und seine Zeit wird auch Devise der nächsten Festspieljahre bleiben. Ende 2015 übernahm Kammerschauspielerin Andrea Eckert die Intendanz der Raimundspiele. Sie hat diese am 21. Juli 2016 mit »Der Diamant des Geisterkönigs« in einer Inszenierung von Cornelia Rainer eröffnet.

 2017 steht der „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ unter der Regie von Emmy Werner am Spielplan.


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